Welcome to Florida, welcome to the sunshine state!

Florida ist immer, egal zu welcher Jahreszeit, eine Reise wert. Mit seinen mehr als 20 Millionen Einwohnern liegt der südöstlichste Bundesstaat zwischen dem Atlantik und dem Golf von Mexico. Hunderte Kilometer feinster Sandstrand, teilweise wie Puderzucker, warten auf Dich. Und das Fantastische dabei ist, meistens hast Du viele Meter Platz nur für Dich. Handtuch an Handtuch ist eher selten, sicher jedoch zum Spring Break

Ob Du nun eine Tour durch Florida unternehmen möchtest, einfach nur die Sonne genießen willst, (das wäre aber eigentlich viel zu schade), Du wirst es genießen. 

Ich kann auf dieser Seite gar nicht alles aufzählen, was es zu bewundern gibt. Ich werde versuchen, mich auf die Highlights zu konzentrieren. Und glaub mir, damit bist Du locker drei Wochen beschäftigt

Before 1:

Fangen wir erst einmal ganz von vorne an: 

Seit 2000 fliegen wir regelmäßig ein bis zweimal im Jahr in die USA. Wir haben einige Fluggesellschaften, Autovermieter und Unterkünfte ausprobiert und erlebt und ich würde daher schon sagen, dass wir uns mittlerweile sehr gut damit auskennen. Am Anfang mussten wir noch sehr auf das Portemonnaie schauen. Meine Frau hatte zu der Zeit gerade erst beruflich angefangen, der Verdienst war also überschaubar. Meiner war auch nicht so prall! Das hieß damals also, die möglichst günstigste Variante zu finden. Ich weiß noch, dass ich oft im Wagen gewartet habe, wenn meine Frau im Hotel gefragt hat, ob ein Zimmer frei ist und was es denn kostet. Ich bin gefahren, sie mit der Karte und einem Reiseführer auf dem Schoß. I am the driver, she is the navigator! Irgendwann kam der Navi dazu den man sich auch leisten konnte und heutzutage ist das ja alles easy going. 

 

Reisevorbereitungen.

Bei uns sieht eine Reise nach Florida inzwischen so aus: Zuerst den Flug aussuchen, und das meistens schon etwa ein halbes Jahr im Voraus. Die letzen Jahre fliegen wir eigentlich, wenn es denn klappt (wenn die nur nicht sooft streiken würden), ausschließlich mit Lufthansa. Zum einen fühlen wir uns mit den Kranichen besonders sicher, zum anderen ist der Service an Bord spürbar angenehmer als bei vielen anderen Fluggesellschaften. Der Preis weicht jetzt auch nicht exorbitant ab, lag die letzten Jahre pro Person etwa zwischen 500,- und maximal 800,- Euro. Wir fliegen generell von Hamburg, entweder über Frankfurt oder, noch lieber, über München. In München ist der Flughafen und auch das Bodenpersonal meiner Meinung nach entspannter und freundlicher, sorry Frankfurt. Wir starten meistens an einem Samstag und Donnerstag oder Freitag nach knapp drei Wochen wieder zurück. Versucht einen Feiertag mitzunehmen. Ostern oder Halloween bieten sich vielleicht an. 

 

Sind die Sitzplätze wichtig oder eher nicht?

Wir, ich noch mehr, legen sehr viel Wert auf die Sitzplätze. D.h., ich versuche generell immer einen Zweierplatz am Fenster und daneben zu buchen. Etwa 10 Stunden einen Fremden neben sich sitzen zu haben, finde ich dann nicht so entspannt. Daher schaue ich mir vor dem Buchen auch an, ob die Sitzreihen zwei-vier-zwei oder drei-vier-drei angeordnet sind, wähle also auch den Flug mit dem Flugzeug aus. Ganz hinten verjüngt sich oft ein Flugzeug, d.h. da können statt drei dann in den letzten Reihen zwei Plätze vorhanden sein. Das kann man ja glücklicherweise alles vor dem endgültigen Buchen checken. Aber den Meisten ist das wahrscheinlich gar nicht so wichtig, oder?

Ist der Flug erst einmal gebucht, ist der wichtigste Schritt bereits erfüllt, check!

Jetzt schon mal den Parkplatz in Hamburg reservieren. Drei Wochen parken auf P1 oder P2, sind dicht am Terminal, kosten von ca. 100,- Euro bis 130,- Euro. Da sind drei Tage im Verhältnis viel teurer. Und wenn Ihr vor dem Buchen mal nach Gutschein Hamburg Airport googelt, findet man meistens einen Code um 5,- Euro zu sparen und habt somit die Reservierungsgebühren wieder raus. Check!

Miami Beach
You will love it!
Art Deco District
Ocean Drive
Key West
Sundown
Voriger
Nächster

Before 2:

Nach dem Flug ist dann möglichst der Leihwagen dran. Auch hier haben wir bereits einige Anbieter getestet. Die letzten Jahre buchen wir eigentlich immer über „Billiger Mietwagen“. Im Vergleich sind die Preise gut, es gibt oftmals einen kleinen Rabatt, wenn auch nur drei bis fünf Prozent, aber immerhin. Einfach mal auf der Seite anmelden, dann bekommst Du vielleicht auch eine E-Mail mit einem Angebot. Billiger Mietwagen sucht aus etwa 1000 Angeboten den besten Preis heraus, hilft einem auch im Servicefall zuverlässig weiter. 

Angefangen haben wir auch hier mit der günstigsten Klasse, dem Economy. Oftmals ist der aber gar nicht verfügbar, man bekommt also vor Ort ein kostenloses Upgrade auf die nächst bessere Variante. Die Größe entspricht etwa dem Ford Fiesta und bringt einen gut von A nach B. Kofferraum könnte mit zwei großen Gepäckstücken vielleicht etwas zu knapp werden, muss dann die Rückbank mit genutzt werden. Zu zweit ja machbar. Mit vier Personen ist der Wagen jedoch dann zu klein. Preis für etwa drei Wochen im April ab ca. 600,- Euro. 

Möchtet Ihr es komfortabler haben, empfehle ich einen kleinen SUV. Da die Autos in den USA überwiegend big and bigger sind, müsst Ihr mit einem SUV an der Ampel nicht ganz soweit nach oben zu Euren Nachbarn schauen. Preis für die Klasse, zu vergleichen mit einem Mazda CX-5, ca. ab 730,- Euro. 

 

Darf es ein Mustang sein?

Wer es luftig, sportlich und schnittig haben möchte, der buchst ein Convertible, ein Cabrio. Das Standard-Cabrio ist fast immer ein Ford Mustang. Hier passen zwei große Gepäckstücke, wenn es Taschen sind, die man etwas quetschen kann, und ein Kleines in den Kofferraum. Hartschalen Koffer eher nur einer, bleibt also nur der Rücksitz, wenn Ihr zu zweit unterwegs seid. Preis für diese drei Wochen ab ca. guten 1000,- Euro.

Wichtig, immer auf eine Mindesthaftpflicht Versicherung von 1.000.000 Dollar achten. Nichts darunter abschließen. Freundliche Tankregelung heißt, Du übernimmst das Fahrzeug vollgetankt und gibst es auch vollgetankt wieder ab. Das ist meistens günstiger, als wenn Du es leer abgibst. Denn der Benzinpreis ist bei den Verleihern meist höher als bei der Tankstelle. Hier aber darauf achten, nicht die allerletzte Tanke vor dem Flughafen zu nehmen, die ist natürlich auch oft teurer als die noch zwei Meilen zuvor. Wenn der Mietwagen dann gebucht ist, kann er bis spätestens 24 Stunden vorher auch noch storniert werden. Also immer mal wieder reinschauen, ob der Preis günstiger geworden ist und eventuell neu buchen. 

Flug gebucht, Auto gebucht, was kommt als Nächstes? Die Unterkünfte!

Und jetzt kommt es darauf an, bist Du ein Mensch, der Sicherheit braucht, oder ein kleiner Abenteurer? Seit man mit seinem Mobiltelefon neben dem Navi auch diverse Hotel-Apps in eigentlich fast jedem Winkel der USA immer zur Verfügung hat, buchen wir nur noch wenig Unterkünfte im Voraus. Bei einem Tripp durch die USA nur die erste Unterkunft für meistens einen oder zwei Tage und die Letzte vor dem Abflug. 

Schaut auf einer der Hotel-Apps nach einem Hotel mit Frühstück. Ok, das Frühstück ist absolut nicht mit unserem deutschen Frühstück in einem Hotel zu vergleichen. Aber etwas Toast, Marmelade, Schmierkäse, manchmal Rührei und Speck, Früchte, Saft, Kaffee und Tee ist zumindest vorhanden. Manchmal einigermaßen liebevoll präsentiert mit ausreichend Sitzgelegenheiten, manchmal so, dass Du nur ein Heißgetränk in die Hand nehmen möchtest und los willst. 

 

Welches Hotel?

Wir haben sehr gute Erfahrungen mit der Kette Best Western gemacht. Die gibt es eigentlich fast überall in den USA und sind, was das Preis- Leistungsverhältnis angeht, völlig in Ordnung, sauber und daher auf jeden Fall zu empfehlen. Du kannst und solltest dann auch Mitglied im Best Western Reward Club werden und sammelst dann sofort Punkte für eine Freiübernachtung und erhältst Vergünstigungen. Wichtig: Solltest Du einen Besuch des südlichsten Punktes der USA, auf Key West planen, den ich auf jeden Fall empfehlen würde, dann am besten bereits JETZT nach einem Hotel suchen. Die sind hier nämlich die letzten Jahre immer teurer geworden. Also das macht wirklich Sinn. Vielleicht bereits am dritten Tag nach der Anreise nach einem Besuch in Miami?

Um sein Mobilgerät in den USA verwenden zu können, benötigt man natürlich mobilen Internetzugang. Karten zum Navigieren kann man bereits in Deutschland runterladen, aber um von unterwegs nach einem Hotel oder Restaurant suchen zu können und um eine Nachricht zu versenden, ist es meiner Meinung nach zwingend nötig, mobil zu sein. Nun haben wir kürzlich über unseren Vodafone-Vertrag einen Zusatz gebucht, Vodafone World. Man zahlt monatlich einen Betrag und kann sein Datenvolumen in den USA verwenden und telefoniert wie in Deutschland, also ohne Roaminggebühren. In 2020 allerdings umsonst bezahlt da durch Corona natürlich kein USA-Aufenthalt möglich war. Alternative zu Vodafone, man kauft sich für 30 Tage eine Sim-Karte mit eigener Telefonnummer und tauscht diese Karte im Flugzeug mit der Vorhandenen aus. (Achtung:  Aufbewahrungs-möglichkeit für die SIM-Karte und „Nadel“ zum Öffnen (geht auch zur Not ein Ohrring :-)) des Kartenfachs ins Handgepäck nehmen. Hier haben wir sehr gute Erfahrungen mit SimlyStore gemacht. Preis für 15 GB Datenvolumen und telefonieren mit amerikanischer Telefonnummer zwischen 60,- Euro und 80,- Euro. Einen Monat gültig. Am besten das benötigte Tool für die Karte bereits zu Hause runterladen und installieren. Dann ist die Karte nach der Landung einsatzbereit.  

Ganz wichtig, Ihr müsst Euch vor dem Abflug für den Aufenthalt in den USA mit dem ESTA-Verfahren registrieren. Kosten 2020 14,- Dollar pro Person per Kreditkarte. Offizielle Seite ist https://www.cbp.gov Macht es nicht zu spät, wir machen es meistens bereits 14 Tage oder zumindest eine Woche vorher. Man bekommt dann innerhalb von 1-2 Tagen normalerweise eine E-Mail mit der Genehmigung. Falls nicht, keine Panik. Einfach mit den nach der Registrierung erhaltenen Daten auf der Seite anmelden und meistens liegt die Genehmigung dann bereits vor. Ausdrucken, mit zu den Reiseunterlagen packen und im Terminkalender nach 23 Monaten als Erinnerung abspeichern, um bei Bedarf eine neue zu beantragen. ESTA kann bisher nicht verlängert werden, muss immer wieder neu beantragt werden. Für die ESTA-Registrierung benötigt Ihr auch die erste Adresse Eures Hotels, also gut, wenn Ihr die erste Übernachtung schon gebucht habt. 

 

Kurze Geschichte dazu: 2019 stelle ich wenige Tage vor Abflug, Esta war noch gültig, fest, dass mein Reisepass nur noch ca. vier Wochen gültig war. Meine Panikattacke äußerte sich dann von Schwindel bis Übelkeit. Hilflosigkeit machte sich in mir breit. Meiner Frau „gebeichtet“, Panik beiseite geschoben, „Notfallplan“ erstellt. Morgen Passbilder anfertigen lassen, dann zum Rathaus und einen Expresspass für den Schnapper von 114,- Euro beantragen, Dauer etwa 3 Tage, easy going. Problem nur, es gab keine freien Termine im Rathaus. Also nach Alternative gegoogelt. Gefunden auf der Seite des Auswärtigen Amts:  Für den Aufenthalt in den USA wird ein Reisepass benötigt, der mindestens die gesamte Dauer des Aufenthaltes gültig ist. Pulsschlag ging runter, das war ja gegeben. Also Plan A verworfen und ab in den Flieger, mulmiges Gefühl reiste aber mit. 

Dieses Mal mit Swiss Air geflogen, sind in der Allianz mit Lufthansa auch sehr zu empfehlen, in Zürich zwischengelandet. Die Dame am Schalter schaute meinen Pass mit gekräuselter Stirn an. „Der ist aber keine drei Monate mehr, wie vorgeschrieben, gültig“! Mein Herz rutschte in die Hose. „Ja, aber auf der Seite des Auswärtigen Amtes steht, er muss nur die Gültigkeit des Aufenthaltes haben und das hat er ja“.

Wenn Sie das meinen, bekam ich zur Antwort. Mit zittrigen Beinen stieg ich in den nächsten Flieger… 

Fortsetzung folgt!

   

Touchdown - Ankunft in den USA

Wenn man in den USA ankommt, sollte man zusehen, dass man möglichst schnell aus dem Flieger kommt. Ja, ich hasse es auch, wenn alle schon fünf Sekunden nach der Landung stehen, telefonieren und einem im sitzenden Zustand ihren Allerwertesten fast ins Gesicht drücken, aber nun gilt es, möglichst weit vorne in der Schlange zur Immigration zu stehen, wenn man nicht ewig warten möchte. Also Beine und Handgepäck in die Hand. Spätestens jetzt bekommst Du den ersten Eindruck, wie Du Dich die nächsten zwei oder drei Wochen anstellen wirst. Beim Shoppen, im Vergnügungspark oder schaue gar nicht so weit, denn der Autovermieter wartet schon auf Dich, wie bereits mindestens 10 andere Ankömmlinge vor Dir in der Schlange. Und Vorsicht, nicht das Handy in die Hand nehmen, das kann sehr unangenehm werden. Sieht das der falsche Mitarbeiter und könnte den Eindruck gewonnen haben, Du hast ein Foto gemacht, gibt es lautstarken Ärger und Du musst beweisen, das Du kein Foto gemacht hast oder es auf der Stelle löschen. Also lieber brav in die Schlange stellen, Finger weg vom Handy und warten. 

 

Jetzt heißt es schnell sein!

Du hast jetzt die freie Wahl (zumindest in den meistens Großstätten): Links anstellen und auf einen freien Schalter ca. einer Stunde warten oder rechts bei den Automaten anstellen, in der Hoffnung, mit weniger echten Menschen geht alles schneller. Wir entscheiden uns meistens für die Automaten. Es sind eine Menge. Du musst die frei werdenden Automaten mit Deinen Augen fest fixieren, dabei aber Dein Bordgepäck und Deine Partnerin oder Deinen Partner nicht aus den Augen lassen. Dann nichts wie ran an das Gerät und Deinen Reisepass fest auf die Glasscheibe zum Scannen DRÜCKEN. Dann die Flugnummer zur Hand haben und ankreuzen, ob Du z.B. Drogen schmuggelst. Andere, etwas obskure Fragen, wovon Du keine mit JA beantworten darfst, er scheinen auf dem Bildschirm. Die Sprache kannst Du vorher übrigens wählen, auch deutsch! 🙂 Wenn Du fertig bist wird ein gefühltes Verbrecherfoto von Dir erstellt (man, sieht man nach den Strapazen scheiße aus und so blass), auf Premium Thermopapier ausgedruckt und damit nun ab zu einem Schalter, der aber nicht so lange dauert. Aber nicht zu früh freuen! Der Zufallsgenerator kann Dir oder Deiner Begleitung auch ein X ausdrucken. Damit musst Du (also Ihr, Ihr wollt ja sicherlich zusammen bleiben) dann an einen anderen Schalter, der dauert dann auch wieder etwas länger. Je nachdem, an was für einen Mitarbeiter oder Mitarbeiterin Du gerätst, übrigens überschreite nicht die Linie am Boden, erstarrst Du vor Ehrfurcht, redet man kaum mit Dir oder fragt Dir Löcher in den Bauch. Wo kommst Du her, wie lange willst Du bleiben, was ist der Zweck der Reise, was machst Du beruflich, wie viel Bargeld führst Du ein, sind die üblichen Fragen. Dann Fingerabdrücke von beiden Händen und ein Foto, fertig, 

Willkommen in den Vereinigten Staaten von Amerika, Klack, Klack, Klack und der erste Stempel ziert stolz Deinen Reisepass. Dann noch durch den Zoll, der uns noch nie angehalten hat und weiter zum Autovermieter.

Aber noch einmal zurück zu meiner Geschichte: Wir also auch bei den Automaten angestellt, mit zittriger Hand meinen Pass auf die Scheibe gedrückt, erscheint ein Hinweis: Ihr Personalausweis erfüllt nicht die Einreisebestimmungen der Vereinigten Staaten von Amerika! Kurz vor der Ohnmacht sehe ich mich in Gedanken schon als Tom Hanks im Film Terminal die nächsten drei Wochen am Flughafen hilflos hin- und herlaufen, auf dem Boden schlafend, zurückgelassen. Keine Catherine Zeta-Jones weit und breit. Nach drei Wochen sehe ich dann meine Frau wieder, mit mindestens zehn Koffern vor sich herschiebend, „da bist Du ja endlich wieder, ich habe Dich vermisst. Schau mal, ich habe auch für Dich geshoppt“, sagend. 

Wir schauen uns beide panisch an, „versuche es noch einmal“, sagt meine Frau. Gleiches Ergebnis. Aber was machen wir jetzt, einen Schalter hierfür gibt es gar nicht. Also einen Mitarbeiter gefragt, der dann nur auf den „normalen Schalter“ gedeutet hat, wo wir bereits vor einer Stunde hätten stehen können. Ich meinen Screenshot mit dem Hinweis vom Auswärtigen Amt im Handy gesucht, ja, ich weiß, kein Handy bei der Immigration, aber das ist ja ein Notfall. Wir beide überlegten, wie wir das erklären können und uns dafür entschieden, erst einmal gar nichts zu sagen. „Zu dem Mitarbeiter will ich nicht, lieber zu dem, der schaut freundlicher“, flüstere ich mit leiser Stimme. NEXT, ruft dann der freundliche, bestimmend schauende, Dunkelhäutige mit der Knarre am Halfter. Er stellt die üblichen Fragen und wird dann selber von einer Kollegin etwas gefragt, während er meinen Personalausweis einscannt. Mir wird heiss und kalt zugleich, treffe ich vielleicht doch gleich auf Catherine? Nein, ich möchte bei meinem Schatz bleiben und nicht alleine wieder zurückfliegen. Klack, Klack, Klack, das schönste Geräusch des Tages und durch sind wir. Also, Quintessenz der Geschichte, rechtzeitig die Gültigkeit Deines Personalausweises und ESTA vor der Reise prüfen!

 

Schon etwas gelernt!

Wie man sich in einer Schlange anstellt, hast Du jetzt bereits gelernt, versuche nun runterzukommen. Du bist nicht mehr in Deutschland, wo man an der Kasse, spätestens wenn drei Personen vor einem sind, nervös werden darf. Schlangen und Warten gehört hier einfach zum Leben dazu, vorgedrängelt wird nicht. Im Gegenteil. Stehst Du hier zum Beispiel bei Aldi an der Kasse an, ja, es gibt auch in Fort Lauderdale Aldi, und eine neue Kasse wird geöffnet, schiebt man nicht alle zur Seite und reiht sich ganz vorne ein, nein, es wird im Normalfall geschaut, wer der Letzte in der Schlange nebenan ist und vorgelassen. Und immer auf Abstand achten, keiner mag es, wenn man dem Anderen zu Nahe kommt. Und das hat nichts mit „Corona“ zu tun. Wollte das Thema Corona eigentlich einfach weglassen. 

Wichtig zu beachten beim Autovermieter: Ihr könnt am Automaten einchecken, haben wir noch nie gemacht und es sah auch nie so aus, als würde das bei anderen klappen. Also einer stellt sich an, der Andere passt auf das Gepäck auf und gesellt sich dem Anderen wieder dazu, wenn dieser mit „NEXT“aufgerufen wird. Jetzt wird es spannend. Deine Reservierung mit Führerschein und Kreditkarte vorlegen.

 

Achtung, jetzt heißt es aufpassen!

In 99 Prozent unserer Besuche hat dann der freundliche Verkäufer versucht, uns eine Zusatzversicherung aufschwatzen (auch am Anfang mit Erfolg, mussten wieder hinfahren, um zu stornieren). Seid Ihr das erste Mal hier, müde, versteht nur die Hälfte, wollt einfach nur den blöden Wagen und ins Hotel, passt auf! Wenn Ihr die Versicherung mit 1.000.000 Dollar Deckung gebucht habt, braucht Ihr keine Zusatzversicherung. Auch nicht für Reifenpannen oder sonstiges. Kann man alles machen, kostet aber eine Menge mehr und wir haben nie etwas benötigt. MEINE Meinung! Also Papiere in die Hand nehmen, nachdem Ihr gefühlt fünfzig Mal mit Euren Initialen und Eurem Namen unterschrieben habt, und los geht die Sucherei. 

 

Wie im Autosalon.

Habt Ihr Euch tatsächlich einen Convertible gegönnt, geht spätestens jetzt der Puls (zumindest bei Männern) etwas nach oben. Denn wenn Ihr Glück habt, lachen Euch gleich um die zehn frisch gewaschene, geile, sportliche, Cabrios an. Der Schlüssel steckt (wobei stecken kann er ja gar nicht mehr, liegt auf dem Cockpit) in jedem Wagen, sucht Euch den Schönsten aus! Achtet aber unbedingt auf den Kofferraum. Wie gesagt, Mustang größer als Camaro. Jetzt reinsetzen, Karten-App starten, Spiegel und Sitz einstellen, durchatmen und das am besten zu Hause schon abgespeicherte, erste Hotel aufrufen. Bisher war es so, dass wenn man sein iPhone über Kabel anschließt, Apple CarPlay nutzen kann. 

Vorsichtig aus dem Parkhaus fahren und erst einmal eingewöhnen. Achtet auf die Geschwindigkeits Beschränkungen. Maximal sind 75 Meilen zugelassen, Ihr wollt nicht ein näher kommendes Blaulicht im Rückspiegel sehen, glaubt mir. Uns hat das auch einmal völlig gereicht, dazu später mehr. Gute Fahrt zum Hotel, das in der Nähe vom Airport liegen sollte.

Ford Mustang versus Chevrolet Camaro

Nicht vergessen den Ton ein (und wieder aus) zu schalten!​

Ich werde mal anhand der Karte einige Highlights aufzählen: In Miami angekommen könntet Ihr als erstes, wenn Ihr ausgeschlafen habt, so gegen 4 Uhr morgens, versuchen, noch bis etwa 7 Uhr zumindest etwas zu ruhen. Jetlag lässt grüßen. Dann vielleicht erst einmal die Gegend im Hellen etwas erkunden. Ist es nicht ein herrliches Gefühl, den ganzen Tag zur freien Verfügung vor sich zu haben? Und das Beste ist, der ganze Urlaub liegt noch vor einem!

Wie wäre ein Besuch in Miami und Miami Beach

 

Miami, Weltstadt mit etwa 770.000 Einwohnern. Von Fort Lauderdale fahren wir etwa gute 45 Minuten über die I-95, bei wenig Verkehr. Den Highway I-95 wirst Du noch so einige Male kennenlernen. 

Die Fahrt nach Miami ist „nicht ohne“. Auf teilweise mehr als sechs Spuren, überholen ist ja rechts und links erlaubt, muss man sich zunächst stark daran gewöhnen. Falls Du die Mustang Variante gewählt hast, die Außenspiegel sind nicht wirklich groß! Also erst einmal reinfinden in den Verkehr. 

Nicht wundern, wenn einige wie die Verrückten an Dir vorbei rasen. Das ist hier völlig normal. Auch nicht wundern, wenn irgendwelche Teile auf der Straße liegen. Bei uns wäre schon lange eine Durchsage im Verkehrsfunk gekommen, hier liegen ständig irgendwelche Reifenteile oder sonstiger Müll mitten auf der Straße. Das Größte, dass wir mal „überfahren“ haben, war ein Wäschekorb, der dann zum Glück in 1000 Teile zersprungen ist. Also hier musst Du mit allem rechnen. Wenn man sieht, wie einige Ihre Ladung befestigen, kein Wunder. 

Die elektrischen Leitungen an den Seiten sind auch gewöhnungsbedürftig. Fast alle über der Erde und teilweise immer noch auf alten Baumstämmen. Kein Wunder, dass bei Sturm oft tagelang der Strom ausfällt. 

In Miami angekommen solltest Du einfach mal die Stadt auf Dich wirken lassen, in Ruhe erkunden und Dich etwas umschauen. Parken ist natürlich nicht einfach und auch nicht gerade günstig. Es gibt aber einige Angebote, Flatrates, wie z.B. ganztägig 15,- Dollar. 

 

Welcome to Miami!

Miami lohnt sich bei Tag und auch bei Nacht, oder zumindest bei Dunkelheit, zu erkunden. Entweder alleine oder mit einer Stadtrundfahrt. Vorsicht vor dunklen Ecken gilt natürlich nicht nur in Miami!

Kleiner Tipp für das Abendessen? Bayside Marketplace ist eine kleine, offene Mall mit Ständen und Boutiquen. Direkt gegenüber ist das Hard Rock Café und immer einen Besuch wert. Gönn Dir einen leckeren Burger und bestaune die vielen Sammlerstücke berühmter Musiker. 

Möchtest Du exklusiver shoppen, dann besuche die Aventura Mall am Biscayne Boulevard. Dieses elegante 3-stöckige Einkaufszentrum mit Kino ist der Wahnsinn. Alles vom Feinsten. Die Preise natürlich nicht gerade „Schnapper“, dafür gibt es natürlich günstigere Möglichkeiten (dazu später mehr). Aber trotzdem absolut sehenswert und eben sehr exklusiv. 

Neben Miami darf natürlich auch ein Abstecher nach Miami Beach auf keinen Fall fehlen. Ebenfalls bei Tag und Nacht. Möchtest Du etwas erleben, plane es am Wochenende ein. 

Als erstes solltest Du etwas Zeit am weltberühmten Strand von South Beach verbringen. Der Lummus Park direkt gegenüber des Strandes lädt zunächst zu einem ausführlichen Walk ein. Dann vielleicht ein erfrischendes Bad unter den Augen der Rettungsschwimmer, die von ihren kunstvoll bemalten Aussichtstürmen auf Dich aufpassen. 

Bei Nacht wird es dann immer farbenfroher. Bunte Neonlichter lassen die Hotels und Bars erleuchten, ein wirklich absolut geiler Anblick, der unbedingt festgehalten werden sollte. Also Camera oder gutes Mobiltelefon zur Hand haben. Jetzt hast Du die Wahl zwischen zig verschiedenen Restaurants und Bars. Lass Dich treiben oder von einem der vielen Animateuren inspirieren. Am besten natürlich mit einem Sitzplatz draußen. Guten Appetit.

Willst Du was richtig cooles erleben, dann schau mal, ob die NBA gerade läuft und Miami Heat während Deines Aufenthaltes ein Heimspiel hat. Auch wenn Du kein großer Basketballfan sein solltest, so wie ich, glaub mir, es lohnt sich (auch meine Frau war begeistert). Es ist ein mega Erlebnis in der riesigen America Airlines Arena. Geil wie die Leute da „ticken“. Die Meisten kommen erst lange nach Anpfiff, ständig steht einer auf und holt sich was zu futtern, es ist ein Spektakel. Karten sind vom Preis ok, musst Du online bestellen. Bei den meisten Veranstaltungen zahlst Du einen ziemlichen hohen Aufschlag für Gebühren. Da kommt man aber einfach nicht drum herum. Einen Ticketladen, wie es ihn bei uns gibt, haben wir jedenfalls nicht gefunden. 

Du brauchst eine Sportart mit mehr Körperkontakt? Auch ok! Dann empfehle ich Dir ein Football Spiel der Miami Dolphins im Hard Rock Stadion. Das ist wirklich DER HAMMER! Das muss man erlebt haben. Rechtzeitig da sein ist wichtig, Du willst ja auch nichts verpassen! Karten auch online! Wir nehmen meistens die günstigste Kategorie, man sieht eigentlich überall gut! Schau Dir mal die App Vivid Sets an, darüber kaufen wir meistens die Tickets. 

Auch hier nicht vergessen den Ton ein (und wieder aus) zu schalten!​

Wir waren live dabei und es war ein mega Erlebnis. 

Wie eigentlich jede Sport-Veranstaltung in den USA – Show machen können sie ja. 

Und die Nationalhymne gehört eigentlich bei fast jedem Event vorab dazu. Da kann man zu stehen, wie man will, ich jedenfalls bekomme jedes Mal Gänsehaut. Schaut es Euch mit Ton an! 🙂 Was meint Ihr? Sorry, dass ich das Handy im Hochformat hatte, passiert mir eigentlich nie!

Southermost Point im Jahr 2005

Von Miami nach Key West sind es etwa 170 Meilen und zwischen dreieinhalb und vier Stunden Fahrzeit über 42 Brücken. Wichtig, hast Du bereits ein Hotel gebucht? Wenn nicht, schau vorher mal nach, was es für Möglichkeiten gibt. Denn wenn man nach Key West fährt ist der Sonnenuntergang PFLICHT! Und danach wieder zurück nach Miami, glaub mir, das möchtest Du nicht. Wir haben das einmal gemacht, echt ätzend gewesen.

Zurück nach Miami. Die Fahrt bis zur ersten Insel zieht sich total, aber da muss man durch. Dann wird es aber auch schnell angenehmer zu fahren. Hoffentlich im Cabrio bei blauem Himmel. 

Über Key Largo und Islamorada kommst Du endlich zur berühmten Seven Mile Bridge, das Highlight der Fahrt. Genau genommen ist sie 6,79 Meilen lang, also gute 10 Kilometer und relativ am Anfang hat man das Gefühl, direkt auf dem Wasser zu gleiten, wenn sie etwas abfällt. Ein fantastischer Anblick und ein unvergessenes Erlebnis. Die Fahrt über die vielen kleinen Inseln ist immer wieder ein Genuss. Hätte man bereits 1819 gelebt und anstelle des amerikanischen Geschäftsmannes John Simonton Key West für 2000 Dollar gekauft, würde man heute trotzdem nicht mehr leben. Aber den Erben wäre es sicher gut gegangen! 🙂

Der südlichste Punkt der USA.

Auf Key West angekommen erst einmal Richtung Zentrum fahren und in der Nähe der Duval Street einen Parkplatz in irgendeiner Seitenstraße (kostenlos) suchen. Mit etwa 25.000 Einwohnern ist Key West ein Ort für viele Aussteiger und Überlebenskünstler. In der Stadt mit den vielen Bars und Souvenirläden angekommen (es riecht manchmal nach schalem Bier), erst einmal etwas treiben lassen und umschauen. 

Wichtigster Hotspot, „die Boje“. Southernmost Point der Vereinigten Staaten. Von hier sind es nur noch 90 Meilen bis nach Kuba. Die Boje musste übrigens immer wieder restauriert werden (siehe Zustand links bei unserem Besuch 2005), zuletzt 2017 nach dem Hurrikan Irma. Hier ist natürlich ein Foto Pflicht. Meistens stehen schon andere Touristen an, um ein Foto zu schießen. Das heißt also, Du machst ein Foto von Deinen Vorderleuten, die dann von Dir. Southernmost kannst Du auch noch öfter lesen. Southermost Friseur, Southermost Hotel usw.

Vor Dir waren bereits Ernest Hemingway und Tennessee Williams auf der Insel und hatten sicherlich auch immer einen Blick zur Uhr. Den darfst Du, wenn die Stunde voran schreitet, nicht außer acht lassen. Wichtig, schaue nach, wann die Sonne untergeht und plane dein Abendessen entsprechend ein. Auch hier kann ich das Hard Rock Café sehr empfehlen. Es ist lecker, hat eine tolle Lage, man kann draußen sitzen. Auf Cocktails kannst Du aber getrost verzichten, die werden, wenn sich das nicht geändert hat, im Pappbecher serviert.

Für den Sonnenuntergang MUSST Du unbedingt rechtzeitig am Mallory Square sein. Erst bestaunst Du die Feuerschlucker und andere Alleinunterhalter und suchst Dir dann aber einen guten (Sitz) Platz in erster Reihe zur Sonne. Denn der Hauptgrund für einen Besuch auf Key West ist der spektakuläre Sonnenuntergang, den Besucher und Einheimische täglich zelebrieren. 

Die Sonne geht erst ganz langsam unter. Die ersten Schiffe kommen zum Vorschein. Dann geht es plötzlich schnell. Bei guter Sicht, ein paar „Deko-Wolken“ sind erwünscht, neigt sich dieser „gelbe Ball“ majestätisch gen Wasser . Was für ein Anblick. Gänsehaut pur. An dieser Stelle brauchst Du Dich auch nicht zu schämen, mit den anderen zu klatschen! 

Und jetzt wäre übrigens ein guter Moment für Deinen Heiratsantrag (Foto bitte schicken). Wird dann, wenn Ihr möchtet, hier veröffentlicht!!! 

Ist sie untergegangen, WICHTIG, noch nicht gleich weglaufen. Meistens verfärbt sich der Himmel immer wieder neu, es ist wunderschön (übrigens ähnlich an der gesamten Westküste Floridas).

Erst wenn das „erledigt“ ist, kannst Du Dich ins Nachtleben stürzen!